WINS-Server einrichten für WindowsNT 4.0

 

Einleitung zum WINS-Service

Die Namensauflösung kann man bei Windows NT über zwei Varianten realisieren, entweder mit dem Domain-Name-Service (DNS) oder mit dem Windows-Information-Network-Service (WINS), welcher im NT-Netzwerk NetBIOS für TCP/IP (NetBT) genannt wird.

Der WINS-Server hat im NT-Netzwerk die Aufgabe, die Rechnernamen in IP-Adressen umzuwandeln. Dabei muß müssen zwei Schritte durchlaufen werden.

Erst einmal muß jeder Rechner, der sich am Netzwerk anmeldet, vom WINS-Server registriert werden, sprich es muß klar sein, welche Rechner alle am Netzwerk angemeldet sind. Ansonsten gäbe es ein heilloses Durcheinander. Jedem angemeldeten Rechner wird ein eindeutiger Name (node) zugewiesen, dazu wird wird meist der Anmeldename des jeweiligen Rechners verwendet, außer es führt dabei zu Namenskonflikten oder es käme dazu, daß zwei Rechner mit gleichen Namen im Netzwerk vorhanden wären.
Nachdem die Rechner nun im Netzwerk vom WINS-Server registriert sind, geht dieser im nächsten Schritt daran, die angemeldeten Rechnernamen in Adressen umzuwandeln, den IP-Adressen.

Um die Namen der angemeldeten Rechner im NT-Netzwerk zu ermitteln, hat der WINS-Server zwei grundlegende Möglichkeiten.

1)  Das Broadcast-Verfahren (bnode) Hierbei schickt der WINS-Server Nachrichten an alle Computer im Netzwerk gleichzeitig (Broadcasts), daß er mit ihnen kommunizieren will. So bekommt er Rückmeldung von den Clients und erfährt so ihre Rechnernamen und kann diese registrieren. Schwieriger wird es natürlich bei diesem Verfahren, je größer das Netzwerk ist. Die Leitungen werden dann natürlich durch das Broadcasting extrem belastet.
2)  Das Point-to-Point-Verfahren (pnode) Bei diesem Verfahren werden also keine Broadcasts über das Netzwerk verschickt. Die Rechnernamen werden vom WINS-Server ermittelt und registriert, indem immer die Datenbank des Servers abgefragt und so die Verbindung zum jeweiligen Rechner im Netzwerk hergestellt wird. Natürlich gilt hier die Voraussetzung, daß alle angemeldeten Rechner die IP-Adresse des WINS-Server bei sich eingestellt haben und diesen somit kennen. Der WINS-Server ist in diesem Falle überlebenswichtig, sollte er abgeschaltet werden, könnten die Clients nicht mehr arbeiten und wären vom Netzwerk abgeschnitten.

Mit diesem System ist es dem WINS-Server also möglich, sehr ressourcenschonend Computer im Netzwerk mit ihren Namen und Adressen zu verwalten. Deswegen kann er sehr wertvoll für ein jedes NT-Netzwerk werden.

Die Datenbank auf dem WINS-Server, auf der die Informationen über die Clients abgelegt sind, wird dynamisch geführt. Das heißt, daß diese Datenbank in bestimmt festgelegten Abständen aktualisiert wird, um immer auf dem neuesten Stand in Sachen Rechnernamen und ihren zugeordneten IP-Adressen zu sein. Der WINS-Server erneuert seine Datenbank nach einer gewissen Anzahl von Tagen automatisch, die Clients registrieren sich alle zwei Tage erneut in der Datenbank. Sinnvoll ist es auch, einen Sicherungs-Server bereitzustellen, der die gleichen Aktualisierungsintervalle wie der WINS-Server besitzt und sich ebenfalls automatisch mit diesem synchronisiert, um eventuellen Störfällen vorzubeugen.

WINS arbeitet ebenfalls sehr zuverlässig in anderen spezifischen Netzwerkumgebungen, so z.B. in Netzwerken, in denen die IP-Adressen automatisch bei Anmeldung eines Clients durch einen DHCP-Server vergeben werden.

 

Der WINS-Manager

Einstellungen unter WindowsNT, die den WINS-Service betreffen, werden über den WINS-Manager vorgenommen. Hierüber kann man die WINS-Server festlegen, Auswertungen erstellen oder auch die Zeitintervalle festlegen, in denen die WINS-Datenbank aktualisiert werden soll.

Zum Starten gehen Sie bitte auf Start / Programme / Verwaltung / WINS-Manager. Der WINS-Manager wird gestartet und Sie befinden sich nun in seinem Hauptfenster, der eigene Rechner wird dabei gleich nach dem Start automatisch angezeigt, dieser eingeblendete Rechner sollte dann ja auch ihr WINS-Server sein, den Sie jetzt entsprechend konfigurieren wollen.

Markieren Sie den Rechnernamen bzw. die IP-Adresse im linken Fenster und wählen Sie oben im Hauptmenu den Eintrag
Server / Konfiguration. Im nun erscheinenden Dialogfeld WINS-Serverkonfiguration klicken Sie nun auf die Schaltfläche Optionen, um nun zu den weiteren Einstellungen zu gelangen.

Hier können Sie die wichtigsten Einstellungen Ihres WINS-Servers vornehmen.
Im oberen Feld können Sie erst einmal die Aktualisierungsintervalle festlegen, einstellbar mit Stunden, Minuten und Sekunden. Der Erneuerungsintervall gibt an, wann die Datenbank wieder aktualisiert werden soll. Die Optionen Alterungsintervall und Alterungszeitüberschreitung sollen angeben, wann der Server Einträge aus der Datenbank als veraltet betrachten und nicht mehr verwenden soll. Diese Einstellung sollte mit der Einstellung Erneuerungsintervall abgeglichen werden. Zum Schluß noch der Überprüfungsintervall, der ebenfalls noch als Sicherung dient, aber nicht mit dem Erneuerungsintervall gleich sein muß.

Die weiteren Optionen sollte man standardmäßig so lassen wie sie sind, unten können noch die gewünschten Protokollierungsoptionen näher eingestellt werden. Beenden Sie Ihre Eingaben mit der OK-Taste.

 

Statische WINS-Zuordnungen verwenden

Der einzige Nachteil des WINS-Service liegt klar auf der Hand :
Der WINS-Server muß immer laufen, die Datenbank mit den Benutzerdaten muß immer erreichbar sein, damit sich die Clients in den entsprechenden Zeitintervallen aktualisieren können. Sollte dies einmal nicht der Fall sein, kann es durchaus dazu führen, daß ein Client einmal nicht erreichbar ist.

Das Problem einer dynamisch verwalteten Datenbank kann umgangen werden, indem man statische Zuordnungen zur Sicherheit verwendet. Dies ist auch ebenfalls das Verfahren im Internet, in dem der DNS vorherrscht. Hier werden ebenfalls statische Einträge verwendet.

Der WINS-Dienst kann durch statische Einträge sinnvoll ergänzt werden, so kann der WINS-Server z.B. seine Datenbank auch mit den Daten aus dem Host-File eines DNS-Servers füttern.

Um eine statische WINS-Zuordnung vorzunehmen, gehen wir wie folgt vor :

Starten Sie wieder den WINS-Manager über Start / Programme / Verwaltung / WINS-Manager.
Markieren Sie ihren WINS-Server wie im obigen Fall, wählen Sie diesmal den Eintrag aus dem obigen Hauptmenu Zuordnungen / Statische Zurodnungen.

Das Fenster Statische Zuordnungen öffnet sich, hier können Sie nun manuelle Einträge vornehmen oder auch Daten importieren.
Klicken Sie auf die rechte Schaltfläche Hinzufügen, um nun einen Rechner hinzuzufügen. Beim Typ kann man nun wählen zwischen einem einzelnen Rechner oder einer Gruppe, einem Domäneneintrag, dem Eintrag einer Internet-Gruppe und einem gemischten Eintrag. Wir wollen nun einen einzelnen Rechner in die Liste aufnehmen.
Dazu geben wir zuerst einen geeigneten Namen ein wie z.B. Export-Azubi und weisen ihm dann darunter eine eindeutige statische IP-Adresse zu. Wir schließen die Eingabe mit der Schaltfläche Hinzufügen ab und schon sehen wir den neuen Rechner in der Liste. Die Sortierreihenfolge kann unten auch noch geändert werden, um evtl. einen besseren Überblick zu bekommen.

Da der WINS-Server dynamische und statische Zuordnungen verbindet, kann man sich nun zum Überblick noch einmal abschließend die gesamte Datenbank ansehen. Wählen Sie dazu den Eintrag Zuordnungen / Datenbank anzeigen im Hauptmenu. Ein neues Fenster öffnet sich und alle registrierten Rechner werden angezeigt. In der Spalte A / S wird dabei jeweils gekennzeichnet, um was für eine Zuordnung es sich bei dem Rechner handelt ( S= Statische Zuordnung, A= Aktive dynamische Zuordnung).

 

Bildschirmfotos folgen demnächst noch ...  !

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